Gasspeicher in Deutschland auf niedrigem Niveau
Die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland sind Ende Januar 2026 auf 35 Prozent gesunken. Dies wirft Fragen zur zukünftigen Gasversorgung auf, insbesondere angesichts des anhaltenden Bibber-Winters und der Energiekrise, die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöst wurde.
Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass die Gasversorgung in Deutschland gesichert sei. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, bekräftigt diese Einschätzung und erklärt, dass die Situation stabil sei. Die Füllstände der Gasspeicher seien zwar wichtig, jedoch kein Indiz für eine Mangellage.
Vor der Invasion der Ukraine im Februar 2022 deckte Deutschland über 50 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland. Inzwischen bezieht die Bundesrepublik den Rohstoff aus verschiedenen Quellen, wobei etwa 45 Prozent des Erdgases aus Norwegen stammen. Zudem werden große Mengen an Flüssiggas (LNG) über Terminals in den Niederlanden und Belgien importiert.
Die Bundesregierung verweist auf die ausgebaute LNG-Infrastruktur, die seit 2022 in Betrieb ist. Diese umfasst vier schwimmende Flüssiggas-Terminals an der Nord- und Ostsee, die dazu dienen, die deutschen Importe zu diversifizieren und russische Lieferungen zu ersetzen. Müller hebt hervor, dass die Terminals derzeit nicht ausgelastet sind und somit zusätzliche Sicherheit bieten.
Die Grünen äußern jedoch Bedenken und werfen der Bundesregierung vor, unzureichend vorgesorgt zu haben. Michael Kellner, der energiepolitische Sprecher der Grünen, warnt, dass die Füllstände rapide fallen und die Preise steigen. Er betont, dass die Situation schnell akut werden könnte.
Der Branchenverband Ines (Initiative Energien Speichern) sieht die Versorgung als "auf Kante genäht" an. Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann weist darauf hin, dass bei normalen Temperaturen die Füllstände um weitere 20 Prozentpunkte sinken könnten. Obwohl die aktuellen Speichermengen in Kombination mit anderen Gasquellen ausreichen sollten, sei die Lage besorgniserregend.
Heinermann betont, dass der Winter bisher vergleichsweise normal verlaufen sei und es keine technischen Ausfälle gegeben habe. Dennoch seien die Gasspeicher auf einem niedrigen Niveau. Müller plädiert für ein Update der bisherigen Praxis und hält eine strategische Gasreserve für sinnvoll, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern. Diese Diversifizierung der Gasquellen wird als entscheidend für die zukünftige Energieversorgung angesehen. Die aktuellen Füllstände der Gasspeicher sind jedoch ein Indikator für die Herausforderungen, die Deutschland in der kommenden Zeit bewältigen muss.
Die Bundesnetzagentur wird weiterhin die Entwicklung der Gasspeicher überwachen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Klaus Müller erklärte: "Wir müssen wachsam bleiben und die Situation genau beobachten."
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