Merz fordert mehr Eigenständigkeit für Europa
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am 2. Februar 2026 beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn die Europäer aufgefordert, angesichts globaler Umbrüche und politischer Unsicherheiten mehr Eigenständigkeit zu zeigen. Merz bezeichnete die gegenwärtige Situation als "die größte Phase politischer Unwägbarkeiten und Unsicherheiten" und sprach von einem "Epochenbruch".
Der Kanzler wies darauf hin, dass sich derzeit Großmächte herausbilden, die nicht bereit sind, bestehende Regeln einzuhalten. "Wir erleben Machtpolitik, die teilweise die Regeln verachtet", erklärte Merz. Er betonte die Notwendigkeit eines geschlossenen und entschlossenen Handelns der Europäer, um auf der globalen Bühne wirksam zu sein.
Merz sieht Deutschland in einer zentralen Rolle für ein "souveränes, freies, friedliches und ökonomisch prosperierendes Europa". Er forderte, dass Europa aus eigener Kraft verteidigungsfähig werden müsse. Dies sei entscheidend, um in der aktuellen globalen Transformationsphase mitspielen zu können.
Ein weiterer Punkt, den Merz ansprach, war die Notwendigkeit, die Standortbedingungen für die europäische Wirtschaft zu verbessern. Er betonte, dass die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft wiederhergestellt werden müsse, um den Herausforderungen der globalen Märkte gerecht zu werden.
Merz äußerte sich auch zu den transatlantischen Beziehungen, die sich seiner Meinung nach verändert haben. "Nostalgie oder Erinnerung an alte Zeiten helfen uns nicht weiter", sagte er. Diese Veränderungen erforderten ein Umdenken in der europäischen Politik und Wirtschaft.
Der Kanzler forderte die Europäer auf, die Dinge jetzt in den Griff zu bekommen, um in der globalen Transformationsphase nicht ins Hintertreffen zu geraten. Er betonte, dass die Zeit für Veränderungen drängt und dass Europa proaktiv handeln müsse.
Merz' Aussagen kommen in einem Kontext, in dem geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen. Die Europäische Union steht vor der Herausforderung, ihre Rolle in einer sich verändernden Weltordnung neu zu definieren.
Die Forderungen des Kanzlers spiegeln die wachsende Besorgnis über die Abhängigkeit Europas von externen Mächten wider. Merz' Vision für Europa umfasst eine stärkere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in den Bereichen Verteidigung, Wirtschaft und Technologie.
Die Diskussion über die Eigenständigkeit Europas wird auch von anderen politischen Akteuren in der EU aufgegriffen. Es gibt Bestrebungen, die europäische Verteidigungsindustrie zu stärken und die technologische Unabhängigkeit zu fördern.
Merz' Aufruf zur Eigenständigkeit könnte auch Auswirkungen auf die zukünftige Politik der EU haben, insbesondere in Bezug auf Handelsabkommen und internationale Kooperationen. Die Notwendigkeit, die eigene Position in der Welt zu stärken, wird zunehmend als zentraler Bestandteil der europäischen Agenda angesehen.
Die Reaktionen auf Merz' Äußerungen werden in den kommenden Tagen und Wochen erwartet, da die politischen Entscheidungsträger in Europa die Herausforderungen und Chancen, die sich aus seiner Botschaft ergeben, analysieren werden.
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